Walk your way – Gemeinsam unterwegs zum Kloster Reute

18,9 Kilometer zu Fuß, viele spannende Gespräche, neue Erfahrungen und eine tolle Gemeinschaft – so verbrachten 22 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 9 zusammen mit Frau Heinkele und Frau Lappe die Projekttage vor den Sommerferien.

Im Rahmen des Projekts „Walk your way“ machten wir uns am Montagmorgen vom Bahnhof Bad Schussenried auf den Weg zum Kloster Reute. Nach fast 19 Kilometern erreichten wir unser Ziel, wo zunächst eine wohlverdiente Kaffeepause auf uns wartete.

Anschließend führte uns Schwester Franziska durch das Kloster und gab einen sehr persönlichen Einblick in das Leben einer Ordensfrau. Sie erzählte von ihrem Alltag, dem Tagesablauf im Kloster und den verschiedenen Stationen auf dem Weg in die Ordensgemeinschaft. Besonders spannend war, dass unsere Schülerinnen und Schüler alle Fragen stellen durften, die sie beschäftigten: Darf eine Ordensschwester ein Haustier haben? Muss sie ihr Ordenskleid immer tragen? Hat Schwester Franziska ihre Entscheidung jemals bereut? Und vermisst sie manchmal die Dinge, auf die sie in diesem Leben bewusst verzichtet? Offen und ehrlich beantwortete sie unsere Fragen und machte so ein Leben erfahrbar, das vielen zuvor völlig fremd war.

Am Abend nahmen wir an der Gebetszeit der Schwestern teil. Schwester Brigitta begrüßte uns herzlich, und obwohl das Mitsingen und das Blättern im Gesangbuch anfangs gar nicht so einfach waren, standen uns die Schwestern mit viel Geduld und einem Lächeln zur Seite. Anschließend kochten wir gemeinsam, ließen den Tag gemütlich ausklingen und sprachen über die vielen Eindrücke, die wir gesammelt hatten.

Dabei wurde deutlich, worum es bei unserem Projekt eigentlich ging: „Walk your way“ sollte keine Werbung für das Klosterleben sein. Vielmehr wollten wir uns gemeinsam auf die Suche nach der Frage machen, wie jeder Mensch, wie jeder von uns, seinen eigenen Weg finden kann – einen Platz im Leben, an dem die eigenen Stärken gefragt sind, an dem man sich angenommen fühlt und an dem man mit seinen Fähigkeiten etwas bewegen kann.

Für alle, die den Tag besonders beginnen wollten, stand am nächsten Morgen um 6:30 Uhr die Teilnahme an der Laudes, dem Morgengebet der Schwestern, auf dem Programm. Danach erwartete uns ein liebevoll vorbereitetes Frühstück, das einige der Schülerinnen und Schüler unserer Gruppe organisiert hatten. Gemeinsam machten wir uns Vesperbrote für den Rückweg, reinigten das Jugendhaus und wanderten anschließend die letzten neun Kilometer bis zum Bahnhof Aulendorf. Von dort brachte uns der Zug wieder zurück nach Biberach.

Was von diesen beiden Tagen besonders in Erinnerung bleibt, ist die Gemeinschaft. Obwohl unsere Gruppe sehr unterschiedlich zusammengesetzt war – Mädchen und Jungen aus den Klassen 5 bis 9, katholische, evangelische, muslimische und konfessionslose Jugendliche –, gingen alle respektvoll miteinander um, unterstützten sich gegenseitig und wuchsen in kurzer Zeit zu einer echten Gemeinschaft zusammen.

Zwei Tage, viele Kilometer und noch mehr wertvolle Begegnungen – ein Projekt, das sicher allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.


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