Projekt „Flucht, Migration und Demokratie“
Den Auftakt bildete ein Theorieteil, der von Vertretern der Caritas und der Integrationsmanagerin des Landratsamtes gestaltet wurde. Dabei erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in das Asylverfahren, verschiedene Schutzformen sowie die Bedeutung der Menschenrechte und die Herausforderungen, denen Geflüchtete auf ihrer Flucht begegnen. Ein besonderer Höhepunkt waren zwei persönliche Gespräche mit Geflüchteten aus Syrien. Sie berichteten eindrucksvoll von ihren Fluchterfahrungen, ihrem Neuanfang in Deutschland und den Schwierigkeiten, sich in einer neuen Sprache und Kultur zurechtzufinden. Sehr bewegend war die Schilderung eines Mannes, der bei seiner Flucht von Kriminellen in die Wüste verschleppt wurde, dann mit über 400 Menschen auf einem Boot das Mittelmeer überquerte und während der gefährlichen Überfahrt mehrere Tage ohne Nahrung auskommen musste. Trotz dieser belastenden Erfahrungen blickt er heute hoffnungsvoll in die Zukunft und schätzt vor allem die Sicherheit und Freiheit, die er in Deutschland gefunden hat.
Abgerundet wurde das Projekt durch den Besuch der größten Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Biberach. Bei einer Führung erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in den Alltag der Bewohner. Sie erfuhren, unter welchen Bedingungen viele Menschen dort leben und wie wenig Privatsphäre ihnen häufig zur Verfügung steht. Gleichzeitig wurde deutlich, dass hinter jedem Menschen eine persönliche Geschichte steht und ein Neuanfang viel Mut, Ausdauer und Unterstützung erfordert.
Die Projekttage vermittelten nicht nur Wissen über Flucht und Migration, sondern ermöglichten auch persönliche Begegnungen, die die Basis dafür schaffen, Vorurteile abzubauen und unterschiedliche Lebensgeschichten besser zu verstehen.

