Drei Kollegen gehen in den Ruhestand
Holger Berg ist seit 1994 Lehrer für Geschichte und katholische Religion am PG. Bereits während seines Studiums in Tübingen war er freier Mitarbeiter beim „Reutlinger Generalanzeiger“, wo er nach dem Volontariat als Sportredakteur anheuerte. Schon damals wurde ihm Selbständigkeit, Ideenreichtum, Entscheidungsfreudigkeit und Belastbarkeit attestiert.
Nach dem Referendariat am Hans und Sophie Scholl-Gymnasium in Ulm trat er in den kirchlichen Dienst ein. Er unterrichtete am PG anfangs ausschließlich Religion und schrieb mit dem Kollegen Fritz Grüner am Schulbuch „Wissen und Glauben“. 2003 erfolgte die Übernahme in den Staatsdienst und der zusätzliche Einsatz in Geschichte und später auch in Gemeinschaftskunde.
Lange führte Holger Berg die Fachschaft Religion, war Mitglied im Krisen- und Schulentwicklungsteam und begründete mit dem Kollegen Rainer Weller die Schulbroschüre „PGs Welt“. Zum Schuljubiläum 2010 beteiligte er sich intensiv an der Festschrift „150 Jahre PG“. Unterrichtlich war er oft auch in Leistungskursen gefordert. Überhaupt beschreibt Holger Berg seinen Wechsel aus dem Medien- in den Schulkosmos als harte Arbeit. Eine Arbeit, die sich gelohnt hat, so dass er heute sagen kann: „Ich hatte ein ausgefülltes Berufsleben und hatte Glück, meine Lieblingsberufe auszuüben.“ Schule (sowohl als Schüler als auch als Lehrer) hat er immer als lebendig und sinnstiftend erlebt. Er habe, so sagt er, den Zugang zu den Schülern gefunden. So wird er alles vermissen: das Miteinander von Schülern und Lehrern oder die Zusammenarbeit mit Schülern bei „PGs Welt“.
Selbst Korrekturen haben ihn nicht übermäßig genervt, da er neugierig darauf war, was seine Schüler produziert haben. Mit Konferenzen jedoch tat er sich schwer, kann er doch „nicht lange stillsitzen“. Sein offenes Ohr für die Schüler zeigte sich z. B. auch darin, dass er jahrelange die Abizeitungen redigieren half.
Holger Berg rekapituliert, dass er sehr gerne die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland unterrichtet habe. Daraus leitet er ab, dass ihm – und damit seinen Schülern – die Identifizierung mit dem liberalen Staat ein Herzensanliegen ist. Und an Religion schätzte er die große denkerische Freiheit, die – auch mal gegen den Strom der Zeit – den Schülern die Tiefe und Tragweite des christlichen Glaubens deutlich machte.
Nach über 20 Jahren verlässt ein dankbarer Hansjörg Kaufmann, Lehrer für Deutsch und Latein, das PG. Nach Studien in Freiburg und München war er zuerst viele Jahre am Studienkolleg St. Johann in Aulendorf-Blönried tätig. Dort initiierte er das Schulforum, das die Kooperation zwischen Lehrern und Eltern vertiefen half. Auch die Projekttage und das seinerzeit neue Thema Evaluation rief er ins Leben. Bei letzterem ging es Hansjörg Kaufmann um eine gelingende gegenseitige Wahrnehmung von Lehrern, Eltern und Schülern. Die „Römertage“ und Exkursionen nach Trier gingen ebenso auf sein Konto.
2005/06 wechselte er ans PG und empfand dies als eine „intensive Fortbildung“, da der Wechsel von einer katholischen Privat- auf eine staatliche Schule ganz andere Einblicke in den Schulbetrieb erlaubte. Am PG organisierte er viele Jahre die Fachschaft Deutsch. Auch war er immer als Klassenlehrer im Einsatz, ein Amt, das er getreu seinem Motto „Pädagogik kann nicht auf Augenhöhe, muss aber mit Wertschätzung erfolgen“ gewissen- und ernsthaft ausfüllte. In guter Erinnerung bleibt ihm, wenn er den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern mit guten Noten belohnen konnte.
Den epochalen Umbruch durch die neuen Medien beobachtet Hansjörg Kaufmann seit über zwei Jahrzehnten und wünscht sich für die Schule hier einen sinnvollen pädagogischen Umgang; die Chancen ihrer sinnvollen Integration sieht er durchaus. Positiv schaut er zurück auf eine sehr konstruktive Stimmung im PG-Kollegium, die es zu erhalten gilt. Von der Kreativität und Innovationskraft junger Kolleginnen und Kollegen (stellvertretend nennt er hier das Thema Demokratiebildung oder Nachhaltigkeit) ist er angetan.
Rückblickend auf seine intensive Arbeit ist Hansjörg Kaufmann dankbar, weil er seine Lehrertätigkeit als sinnstiftend erleben durfte.
Mit Martin Remke verlässt ein Eigengewächs das PG: Nach seiner Schulzeit hier ging er zum Studium an die Musikhochschule Karlsruhe, wo er neben Schulmusik auch eine Ausbildung als Musikschullehrer für Klarinette und Saxophon absolvierte. Parallel studierte er an der Bundesakademie in Trossingen Dirigieren für Blasorchester sowie an der Universität Karlsruhe Deutsch.
Nach dem Referendariat in Tübingen war Remke seit 1992 am Rupert-Neß-Gymnasium Wangen tätig, bevor er 1998 ans PG „zurückkehrte“. Hier leitete er einige Jahre die Fachschaft Musik und war im AG-Bereich breit aufgestellt. Die Jazz-Combo ist sein „Kind“.
In guter Erinnerung bleiben ihm auch zahlreiche Musicalaufführungen, Aufführungen mit den Schulchören und der Jazz-Combo, zum Teil sogar in der Partnerstadt Valence oder Chorauftritte in Valence. Auch die Konzertfahrten (z. B. nach München) oder Theaterbesuche (z. B. „Nathan der Weise“) wird er nicht vergessen.
Überhaupt lag Remkes Schwerpunkt immer auf dem Musikunterricht, an dem er die Vielseitigkeit zu schätzen wusste. In seiner Eigenschaft als Deutschlehrer war er fast immer als Klassenlehrer eingesetzt. Mit Blick auf seine Lehrerlaufbahn am PG sieht er durchaus, dass Unterricht herausfordernder geworden ist und die Fülle an Zusatzaufgaben Zeit kostet. Da verwundert es nicht, dass er guten Gewissens auf die Korrekturen verzichten kann.
Für die Zukunft wünscht Martin Remke seinem PG eine positive Weiterentwicklung und dass die Renovierung zügig voranschreitet. Er selbst wird auch weiter unterrichtlich tätig sein und sich in Blasorchestern als Spieler und Dirigent engagieren, so wie er z. B. ein Jahr Interimsdirigent der Stadtkapelle Biberach war. Wie die letzten 25 Jahre auch wird er weiter im Wohnpark am Jordanbad die singenden Bewohnerinnen und Bewohner mit dem Akkordeon begleiten. Konzertbesuche und sportliche Aktivitäten will er verstärkt wahrnehmen. Getreu seinem Motto: „Lernen ist mit Arbeit verbunden.“


