Aufgabenbeispiele von Normalverteilung
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Intervall Normalverteilung (einfach)
Beispiel:
Die Zufallsgröße X ist normalverteilt mit dem Erwartungswert μ=1 und der Standardabweichung σ=0.8 .
Berechne P(X ≤ 1.4).
Runde dein Ergebnis auf 3 Stellen hinter dem Komma.
Hier kann man einfach die WTR-Befehle ("Normalcdf" beim TI, bzw. "Kumul. Normal-V" beim Casio) verwenden: Erst μ und σ, dann die Intervallgrenzen eingeben. Die linke Intervallgrenze wäre hier jedoch - ∞. Stattdessen kann man einfach einen sehr kleinen Wert eingeben, z.B.: -10000000.
Jetzt kann man das Ergebnis ablesen: P(X ≤ 1.4) ≈ 0.6915
Intervall Normalverteilung rückwärts
Beispiel:
Die Zufallsgröße X ist normalverteilt mit dem Erwartungswert μ=50 und der Standardabweichung σ=7.5 .
Es gilt P(X ≥ k) = 0.8. Bestimme k.
Runde auf eine Stelle hinter dem Komma genau.
Der WTR kann leider kein k berechnen mit P(X ≥ k) = 0.8, weil er immer nur ein k bei P(X ≤ k) = p berechnen kann.
Also nutzen wir aus, dass P(X ≤ k) = 0.2 (im Schaubild die blaue Fläche) gelten muss, wenn P(X ≥ k) = 0.8 (im Schaubild die rote Fläche) gilt.
Für P(X ≤ k) = 0.2 liefert der WTR k ≈ 43.688.
(TI: invNormal, Casio: Inv. Normal-V. )
Normalverteilung Anwendung
Beispiel:
Eine Firma produziert 90 mm lange Schrauben. Aufgrund mehrerer Faktoren beim Produktionsprozess treten Schwankungen bei der tatsächlichen Länge auf. Dabei beträgt die Standardabweichung 0,5 mm. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass eine zufällig gewählte Schraube zwischen 89,3 und 89,7 hat.
(Bitte auf 3 Stellen nach dem Komma runden)
Die Zufallsgröße X beschreibt die Schraubenlänge in mm, sie wird als normalverteilt angenommen mit dem Erwartungswert μ = 90 und der Standardabweichung σ = 0.5.
Somit kann man einfach die WTR-Befehle ("Normalcdf" beim TI, bzw. "Kumul. Normal-V" beim Casio) verwenden: Erst μ und σ, dann die Intervallgrenzen eingeben. Und schon kann man das Ergebnis ablesen:
P(89.3 ≤ X ≤ 89.7) ≈ 0.1935
Normalverteilung Anwendung (rückwärts)
Beispiel:
Eine Firma produziert 70 mm lange Schrauben. Aufgrund mehrerer Faktoren beim Produktionsprozesse treten Schwankungen bei der tatsächlichen Länge auf. Dabei beträgt die Standardabweichung 0,2 mm. Wie kurz darf dann eine Schraube höchstens sein, damit sie zu den kürzesten 50% der Schrauben gehört.
(Bitte auf 2 Stellen nach dem Komma runden, ohne Einheiten eingeben!)
Die Zufallsgröße X beschreibt die Schraubenlänge in mm, sie wird als normalverteilt angenommen mit dem Erwartungswert μ = 70 und der Standardabweichung σ = 0.2.
Gesucht ist somit das k, so dass P(X ≤ k) = 0.5 gilt.
Der WTR liefert für P(X ≤ k) = 0.5 den Wert k ≈ 70.
(TI: invNormal, Casio: Inv. Normal-V. )
Mittelwert, Standardabw. ablesen
Beispiel:
Die Zufallsgröße X ist normalverteilt. Ihr Schaubild zeigt die zugehörige Gauß'sche Glockenkurve mit den ganzzahligen Parametern μ und σ.
Gib die Werte für μ und σ an.
Den Mittelwert μ= -5 kann man einfach am x-Wert des Hochpunkts der Glockenkurve ablesen.
Die Standardabweichung σ = 4 kann man am Abstand der x-Werte des Hochpunkts vom Wendepunkt ablesen.
μ und σ ablesen und Interval berechnen
Beispiel:
Die Zufallsgröße X ist normalverteilt. Ihr Schaubild zeigt die zugehörige Gauß'sche Glockenkurve mit den ganzzahligen Parametern μ und σ.
Gib die Werte für μ und σ an und berechne damit die eingefärbte Fläche.
Den Mittelwert μ= 3 kann man einfach am x-Wert des Hochpunkts der Glockenkurve ablesen.
Die Standardabweichung σ = 3 kann man am Abstand der x-Werte des Hochpunkts vom Wendepunkt ablesen.
Jetzt kann man einfach einfach die WTR-Befehle ("Normalcdf" beim TI, bzw. "Kumul. Normal-V" beim Casio) verwenden: μ und σ, dann die Intervallgrenzen eingeben - und schließlich das Ergebnis ablesen:
P(-3 ≤ X ≤ 5) ≈ 0.7248
Symmetrie nutzen
Beispiel:
Die Zufallsgröße X ist normalverteilt. Ihr Schaubild zeigt die zugehörige Gauß'sche Glockenkurve mit einem ganzzahligen Erwartungswert μ. Der Inhalt der gefärbten Fläche beträgt 0.445.
Bestimme P(X ≤ -9).
Gib die Wahrscheinlichkeit auf 3 Stellen nach dem Komma genau an.
Wir wissen, dass das Schaubild einer normalverteilten Zufallsgröße achsenssymmetrisch zur senkrechten Gerade durch den Hochpunkt ist, hier also zu x = -5.
Somit gilt: P( X ≤ -5) = 0,5.
Aus dem Schaubild können wir lesen, dass P(-9 ≤ X ≤ -5) = 0.445 (Flächeninhalt der blauen Fläche). Somit gilt für die gesuchte Wahrscheinlichkeit P(X ≤ -9), die dem Flächeninhalt der roten Fläche entspricht:
P(X ≤ -9) = 0,5 - 0.445 = 0.055
Standardabweichung bestimmen
Beispiel:
Der Punkt P(-5|0.0499) liegt auf der Gauß'schen Glockenkurve mit ganzzahligem Parameter σ und μ = -5.
Bestimme die Standardabweichung σ.
Gegeben ist ja der Hochpunkt der Gauß' schen Glockenkurve, weil ja der gegebene x-Wert gerade dem Erwartungswert μ = -5 entspricht.
Um einen ersten möglichen Wert für eine Standardabweichung σ zu bekommen, berechen wir am besten den Quotient von 0,5 und dem y-Wert der gegebenen Hochpunkts, also ≈ 10.02 und runden diesen auf σ1 = 10.
Damit berechnen wir nun den y-Wert der Glockenkurve (mit μ = -5 und σ1=10) an der gegebenen Stelle x = -5
und erhalten f1(-5) = 0.0399
(TI: DISTR -> 1: Normalpdf; Casio: Dichte ..).
Wir wissen ja: Je größer das σ ist, desto breiter wird die Glockenkurve. Da ja aber die ganze Fläche unter der Glockenkurve (die ja der Gesamt-Wahrscheinlichkeit für alles entspricht) immer genau 1 ist, muss die breitere Glockenkurve dementsprechend auch flacher und damit mit einem niedrigeren Hochpunkt ausfallen. Somit gilt:
Je höher das σ, desto niedriger der y-Wert des Hochpunkts.
Und das der y-Wert unserer ersten Kurve mit σ1=10 (in der Abbilung in grün) zu tief war, muss also σ1 zu groß sein und wir müssen jetzt eben schrittweise kleinere Standardabweichungen σ durchprobieren und die zugehörigen y-Werte an der Stelle x = -5 berechnen:
| μ = -5 | σ = 9 | f(-5) = 0.0443 |
| μ = -5 | σ = 8 | f(-5) = 0.0499 |
Somit muss die gesuchte Standardabweichung σ = 8 sein.
variabler Erwartungswert (Anwendungen)
Beispiel:
Bei einer Maschine, die Schrauben herstellt, kann man die Länge der Schrauben auf ganze mm einstellen. Trotzdem sind dann nicht alle produzierten Schrauben ganz exakt gleich lang. Man kann aber davon ausgehen, dass die Schraubenlänge normalverteilt ist mit der eingestellten Länge als Erwartungswert und einer Standardabweichung von 1,4 mm. Auf welchen Wert (ganzzahlig in mm) muss man die Maschine mindestens einstellen, wenn eine zufällig gewählte Schraube mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 90% mindestens 80 mm lang sein soll?
Die Zufallsgröße X beschreibt die Schraubenlänge in mm.
Zunächst untersuchen wir die Wahrscheinlichkeit, wenn der Erwartungswert μ = 80 gewählt würde. Aus Symmetriegründen wäre dann aber P(X ≥ 80) = 0,5.
Deswegen wird nun der Erwartungswert schrittweise immer um eine Einheit erhöht, bis die gesuchte Wahrscheinlichkeit P(X ≥ 80) mindestens 0.9 ist:
μ = 80: P(X ≥ 80) = 0.5
μ = 81: P(X ≥ 80) = 0.7625
μ = 82: P(X ≥ 80) = 0.9234
Man muss also den Erwartungswert auf mindestens μ = 82 einstellen.
Normalverteilung variables σ
Beispiel:
Eine Maschine soll Schrauben der Länge 10 mm herstellen. Ein Kunde will die Maschine aber nur kaufen, wenn die Wahrscheinlichkeit kleiner als 15% ist, dass die Länge einer Schraube um mehr als 0,5 mm von den geforderten 10 mm abweicht. Man kann davon ausgehen, dass die Schraubenlänge normalverteilt ist mit dem Erwartungswert 10. Welche Standardabweichung (auf eine Stelle hinter dem Komma genau) darf die Normalverteilung dieser Maschine höchstens haben?
Die Zufallsgröße X beschreibt die Schraubenlänge in mm.
Gesucht ist die Standardabweichung σ, so dass P(X ≤ 9.5) + P(X ≥ 10.5) < 15% oder eben, dass P(9.5 ≤ X ≤ 10.5) ≥ 0.85 gilt.
Je kleiner das σ ist, desto enger und höher ist die Glockenkurve der Dichtefunktion.
Aufgrund der Sigmaregel (P(μ-2σ ≤ X ≤ μ+2σ) ≈ 95,4% ) wissen wir, dass die 0.5 mm eine kleinere Wahrscheinlichkeit auf sich vereinen als eine Abweichung um 2 σ, folglich muss die Abweichung 0.5 weniger als 2 σ entsprechen.
0.5 < 2⋅σ |:2
0.25 < σ
Wir starten also mal bei σ = 0.25 und erhöhen dieses so lange, bis P(9.5 ≤X ≤ 10.5) unter die 0.85 sinkt:
σ = 0.2: P(9.5 ≤ X ≤ 10.5) ≈ 0.9876
σ = 0.3: P(9.5 ≤ X ≤ 10.5) ≈ 0.9044
σ = 0.4: P(9.5 ≤ X ≤ 10.5) ≈ 0.7887
Die Standardabweichung darf also höchstens σ = 0.3 einstellen.
variabler Erwartungswert (Anwendungen)
Beispiel:
Bei einer Getränkeabfüllanlage kann man die Füllmenge der Flaschen auf ganze ml einstellen. Trotzdem ist dann nicht in allen abgefüllten Flaschen ganz exakt gleich viel drin. Man kann aber davon ausgehen, dass die tatsächliche Füllmenge normalverteilt ist mit der eingestellten Füllmenge als Erwartungswert und einer Standardabweichung von 3,5 ml. Auf welchen Wert (ganzzahlig in ml) muss man die Abfüllanlage mindestens einstellen, damit in einer zufällig abgefüllten Flasche mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 75% mindestens 600 ml drin ist?
Die Zufallsgröße X beschreibt die Abfüllmenge in ml.
Zunächst untersuchen wir die Wahrscheinlichkeit, wenn der Erwartungswert μ = 600 gewählt würde. Aus Symmetriegründen wäre dann aber P(X ≥ 600) = 0,5.
Deswegen wird nun der Erwartungswert schrittweise immer um eine Einheit erhöht, bis die gesuchte Wahrscheinlichkeit P(X ≥ 600) mindestens 0.75 ist:
μ = 600: P(X ≥ 600) = 0.5
μ = 601: P(X ≥ 600) = 0.6125
μ = 602: P(X ≥ 600) = 0.7161
μ = 603: P(X ≥ 600) = 0.8043
Man muss also den Erwartungswert auf mindestens μ = 603 einstellen.
Sigmaregel rückwärts
Beispiel:
X ist normalverteilt mit μ = 120 und σ. Es gilt P(93 ≤ X ≤ 147) ≈ 0,997. Bestimme σ.
Es gilt: P(93 ≤ X ≤ 147) ≈ 0,997
oder anders ausgedrückt:
P(μ - 27 ≤ X ≤ μ + 27) ≈ 0,997
Aufgrund der Sigma-Regel P(μ - 3⋅σ ≤ X ≤ μ - 3⋅σ)
≈ 0.997
muss also 3⋅σ = 27 sein.
Für die Standardabweichung gilt somit: σ = 9 .
Dichtefunktion aus Graph ablesen
Beispiel:
Die Zufallsgröße X ist normalverteilt. Ihr Schaubild zeigt die zugehörige Gauß'sche Glockenkurve mit den ganzzahligen Parametern μ und σ.
Gib den Funktionsterm der Dichtefunktion an.
Den Mittelwert μ= -4 kann man einfach am x-Wert des Hochpunkts der Glockenkurve ablesen.
Die Standardabweichung σ = 4 kann man am Abstand der x-Werte des Hochpunkts vom Wendepunkt ablesen.
Eingesetzt in die allgemeine Dichtefunktion: φ(x) = ergibt:
φ(x) =
Kombination Normal- und Binomialverteilung
Beispiel:
Eine Firma produziert 90 mm lange Schrauben. Aufgrund mehrerer Faktoren beim Produktionsprozess treten Schwankungen bei der tatsächlichen Länge auf. Dabei beträgt die Standardabweichung 0,5 mm. Die Schrauben werden dabei in Kartons mit 24 Stück verpackt. Ist eine Schraube kürzer als 89,9 mm, so gilt sie als zu kurz. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass in einem zufällig gewählten Karton nicht mehr als 8 Schrauben zu kurz sind?
Zuerst berechnen wir die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Schraube als zu kurz gilt. Die Zufallsgröße Y beschreibt dabei die Schraubenlänge in mm, sie wird als normalverteilt angenommen mit dem Erwartungswert μ = 90 und der Standardabweichung σ = 0.5.
Mit derm WTR lässt sich so P(Y ≤ 89.9) ≈ 0.4207 berechnen.
(TI: Normalcdf, Casio: Kumul. Normal-V. )
Und weil dies für jedes der 24 Exemplare gilt, können wir die Zufallsgröße X (, die die Anzahl der zu kurzen Schrauben in einem Karton zählt) als binomialverteilt mit n = 24 und p = 0.421 annehmen.
Für die gesuchte Wahrscheinlichkeit gilt somit:
=
= 0.2569
(TI-Befehl: binomcdf(24,0.421,8) - binomcdf(24,0.421,-1))
Die gesuchte Wahrscheinlichkeit beträgt somit ca. 25,7%.
Normalverteilung rw. (Symmetrie)
Beispiel:
Ein exotisches Insekt wird im Mittel 2 cm lang. Dabei beträgt die Standardabweichung der Körperlänge 0,5 cm. Zwischen welchen Längen in cm liegt das kleinste Intervall, in dem die Längen von 20% dieser Insekten liegen?
(Bitte auf 2 Stellen nach dem Komma runden, ohne Einheiten eingeben!)
Die Zufallsgröße X beschreibt die Körperlänge des Insekts im cm, sie wird als normalverteilt angenommen mit dem Erwartungswert μ = 2 und der Standardabweichung σ = 0.5.
Gesucht ist ja das kleinste Intervall, dessen Wahrscheinlichkeit 20% auf sich vereint.
Weil ja die Gauß'sche Glockenkurve symmetrisch zu x = 2 ist, und um den Erwartungswert die höchsten Werte und damit auch die größten Flächen möglich sind, muss dieses kleinste Intervall symmetrisch um den Erwartungswert herum liegen (siehe rote Fläche unter dem Graph).
Folglich muss gelten: P(µ-d ≤ X ≤ µ+d) = 0.2.
Wegen der Symmetrie bedeutet das dann ja aber P(µ-d ≤ X ≤ µ) = 0.1 ("Hälfte des roten Bereichs").
Und da immer P(X ≤ µ) = 0.5 gilt, muss also P(X ≤ µ-d) = 0.4 sein ("blauer Bereich").
Der WTR liefert für P(X ≤ µ-d) = 0.4 den Wert µ-d ≈ 1.873.
Dieser hat also von µ = 2 den Abstand d = 2-1.873 = 0.127, somit ist der rechte Rand µ+d bei 2+0.127 = 2.127.
(TI: invNormal, Casio: Inv. Normal-V. )
Kombination Normal- und Binomialverteilung rw
Beispiel:
Eine Firma produziert 70 mm lange Schrauben. Aufgrund mehrerer Faktoren beim Produktionsprozess treten Schwankungen bei der tatsächlichen Länge auf. Dabei beträgt die Standardabweichung 0,6 mm. Ist eine Schraube kürzer als 69,6 mm, so gilt sie als zu kurz. Wie viele Schrauben muss man produzieren, um mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 85%, mindestens 22 Schrauben zu erhalten, die brauchbar, also nicht zu kurz sind?
Zuerst berechnen wir die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Schraube als lang genug gilt. Die Zufallsgröße Y beschreibt dabei die Schraubenlänge in mm, sie wird als normalverteilt angenommen mit dem Erwartungswert μ = 70 und der Standardabweichung σ = 0.6.
Mit derm WTR lässt sich so P(Y ≥ 69.6) ≈ 0.747508 berechnen.
(TI: Normalcdf, Casio: Kumul. Normal-V. )
Und weil dies für jedes Exemplar gilt, können wir die Zufallsgröße X (, die die Anzahl der die ausreichend langen Schrauben in einem Karton zählt) als binomialverteilt mit unbekanntem n und p = 0.747508 annehmen.
| n | P(X≤k) |
|---|---|
| ... | ... |
| 29 | 0.4556 |
| 30 | 0.3381 |
| 31 | 0.2392 |
| 32 | 0.1617 |
| 33 | 0.1049 |
| ... | ... |
Die Zufallsgröße X gibt die ausreichend langen Schrauben in einem Karton an und ist im Idealfall binomialverteilt mit p = 0.747508 und variablem n.
Es muss gelten: ≥ 0.85
Weil man ja aber nicht in den WTR eingeben kann, müssen wir diese Wahrscheinlichkeit über die Gegenwahrscheinlichkeit berechnen:
= 1 - ≥ 0.85 |+ - 0.85
0.15 ≥ oder ≤ 0.15
Jetzt müssen wir eben so lange mit verschiedenen Werten von n probieren, bis diese Gleichung erstmals erfüllt wird:
Dabei stellt sich nun natürlich die Frage, mit welchem Wert für n wir dabei beginnen. Im Normalfall enden 74.7508% der Versuche mit einem Treffer. Also müssten dann doch bei ≈ 29 Versuchen auch ungefähr 22 (≈0.747508⋅29) Treffer auftreten.
Wir berechnen also mit unserem ersten n=29:
≈ 0.4556
(TI-Befehl: Binomialcdf ...)
Je nachdem, wie weit nun dieser Wert noch von den gesuchten 0.15 entfernt ist, erhöhen bzw. verkleinern wir das n eben in größeren oder kleineren Schrittweiten.
Dies wiederholen wir solange, bis wir zwei aufeinanderfolgende Werte von n gefunden haben, bei denen die 0.15 überschritten wird.
Aus der Werte-Tabelle (siehe links) erkennt man dann, dass erstmals bei n=33 die gesuchte Wahrscheinlichkeit unter 0.15 ist.
n muss also mindestens 33 sein, damit ≤ 0.15 oder eben ≥ 0.85 gilt.
Normalverteilung mehrstufig
Beispiel:
Ein Hersteller von Dubai-Schokolade möchte auf der Verpackung mit einem Mindestanteil der edlen Zutat namens Engelshaar werben. Aufgrund des aufwändigen Produktionsprozesses ist dieser nicht bei jeder Tafel genau gleich, sondern kann als normalverteilt mit einem Erwartungswert 50% und einer Standardabweichung 6% angenommen werden. Eine Verbraucherschutz-Organistion kauft gelegentlich 7 Tafeln dieser Dubai-Schokolade und kontrolliert, ob auch wirklich bei allen der angegebene Mindestanteil an Engelshaar enthalten ist. Wie hoch muss der Hersteller diesen Mindestanteil benennen, damit bei der Kontrolle mit einer Wahrscheinlichkeit von 85% alle 7 Tafeln diese Mindestvorgabe erfüllen?
(Bitte auf 1 Stelle nach dem Komma runden)
Der prozentuale Anteil an Engelshaar in der Dubai-Schokolade soll als normalverteilte Zufallsgröße X mit µ=50 und σ=6 bezeichnet werden.
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Schokoladentafel die Vorgabe (Mindestanteil) erfüllt, bezeichnen wir p.
Damit diese Vorgabe nun auch wirklich bei allen 7 kontrollierten Tafeln erfüllt wird, muss somit gelten:
p7 ≥ 0.85 (Die 7 kontrollierten Tafeln kann man als mehrstufiges Zufallsexperiment mit gleichbleibender Einzelwahrscheinlichkeit p interpretieren.)
Wenn wir jetzt hier die 7-te Wurzel ziehen, erhalten wir die notwendige Einzelwahrscheinlichkeit p, dass eine Schokoladentafel die Vorgabe (Mindestanteil) erfüllt:
Einzelwahrscheinlichkeit: p ≥ 0,9771
Wir suchen jetzt also in der Normalverteilung nach einem Mindestanteil, der mit der Wahrscheinlichkeit 0,9771 eingehalten wird;
also nach einem k mit P(X ≥ k) ≥ 0,9771
Der WTR kann leider kein k berechnen mit P(X ≥ k) = 0,9771, weil er immer nur ein k bei P(X ≤ k) = p berechnen kann.
Also nutzen wir aus, dass P(X ≤ k) = 0,0229 (im Schaubild die blaue Fläche) gelten muss, wenn P(X ≥ k) = 0,9771 (im Schaubild die rote Fläche) gilt.
Für P(X ≤ k) = 0,0229 liefert der WTR k ≈ 38.022.
(TI: invNormal, Casio: Inv. Normal-V. )
Normalverteilung VFT
Beispiel:
Man geht davon, dass in einem bestimmten Land der IQ der erwachsenenen Einwohner normalverteilt mit Erwartungswert 107 und Standardabweichung 12 ist. 40% dieser erwachsenenen Einwohner haben Abitur. Das Bildungsministerium teilt dabei die Bevölkerung in zwei Gruppen: die Schlauen und die Normalen. Von den Einwohnern ohne Abitur gehören 65% zu den Normalen. 20% der Bevölkerung haben Abitur und gehören zur Gruppe der Schlauen. Ab welchem IQ gilt man in diesem Land schlau?
(Bitte auf 1 Stelle nach dem Komma runden)
Um die Aufgabe mit einer Vierfeldertafel lösen zu können, müssen wir erst unsere Ergebnisse A und B definieren:
: mit Abitur
: nicht mit Abitur, also ohne Abitur
: schlau
: nicht schlau, also normal
Hiermit ergibt sich folgende Vierfeldertafel:
|
(schlau) |
(normal) | ||
|---|---|---|---|
|
(mit Abitur) | 0,2 | 0,4 | |
|
(ohne Abitur) | |||
Diese müssen wir nun vollends ausfüllen:
Als erstes tragen wir rechts unten die Summe + = + = 1 ein, schließlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass gilt oder dass gilt 100%.
Dann tragen wir alle direkt aus dem Text entnehmbaren und die dadurch berechenbaren Wahrscheinlichkeiten in die Vierfeldertafel ein.
|
(schlau) |
(normal) | ||
|---|---|---|---|
|
(mit Abitur) | 0,2 | 0,2 | 0,4 |
|
(ohne Abitur) | 0,6 | ||
| 1 |
Aus der Information von der Teilgruppe mit "ohne Abitur" sind es
65% kann man die Wahrscheinlichkeit
=
0,6 ⋅
0,65 =
0,39 berechnen.
|
(schlau) |
(normal) | ||
|---|---|---|---|
|
(mit Abitur) | 0,2 | 0,2 | 0,4 |
|
(ohne Abitur) | 0,39 | 0,6 | |
| 1 |
Jetzt können wir wieder die restlichen Wahrscheinlichkeiten einfach mit der Vierfeldertafel berechnen:
|
(schlau) |
(normal) | ||
|---|---|---|---|
|
(mit Abitur) | 0,2 | 0,2 | 0,4 |
|
(ohne Abitur) | 0,21 | 0,39 | 0,6 |
| 0,41 | 0,59 | 1 |
Wir wissen jetzt also, dass die Wahrscheinlichkeit für "schlau" ungefähr 0,41 beträgt.
Jetzt suchen wie in der Normalverteilung nach einem -Wert k, für den gilt P(X ≥ k) ≈ 0,41
Der WTR kann leider kein k berechnen mit P(X ≥ k) = 0,41, weil er immer nur ein k bei P(X ≤ k) = p berechnen kann.
Also nutzen wir aus, dass P(X ≤ k) = 0,59 (im Schaubild die blaue Fläche) gelten muss, wenn P(X ≥ k) = 0,41 (im Schaubild die rote Fläche) gilt.
Für P(X ≤ k) = 0,59 liefert der WTR k ≈ 109,731.
Als "schlau" gilt also ab 109,731 .
(TI: invNormal, Casio: Inv. Normal-V. )
