Aufgabenbeispiele von Normalverteilung
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Intervall Normalverteilung (einfach)
Beispiel:
Die Zufallsgröße X ist normalverteilt mit dem Erwartungswert μ=2 und der Standardabweichung σ=1.2 .
Berechne P(1.3 ≤ X ≤ 2.3).
Runde dein Ergebnis auf 3 Stellen hinter dem Komma.
Hier kann man einfach die WTR-Befehle ("Normalcdf" beim TI, bzw. "Kumul. Normal-V" beim Casio) verwenden: μ und σ, dann die Intervallgrenzen eingeben - und schon kann man das Ergebnis ablesen.
P(1.3 ≤ X ≤ 2.3) ≈ 0.3189
Intervall Normalverteilung rückwärts
Beispiel:
Die Zufallsgröße X ist normalverteilt mit dem Erwartungswert μ=10 und der Standardabweichung σ=3 .
Es gilt P(X ≤ k) = 0.35. Bestimme k.
Runde auf eine Stelle hinter dem Komma genau.
Der WTR liefert für P(X ≤ k) = 0.35 den Wert k ≈ 8.844.
(TI: invNormal, Casio: Inv. Normal-V. )
Normalverteilung Anwendung
Beispiel:
Man geht davon aus, dass die Intelligenz bei Menschen normalverteilt ist. Ein Intelligenztest wird immer so skaliert, dass der Erwartungswert des IQ bei 100 und die Standardabweichung bei 15 liegt. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig gewählter Mensch einen Intelligenzquotient größer oder gleich 94 hat.
(Bitte auf 3 Stellen nach dem Komma runden)
Die Zufallsgröße X beschreibt den Intelligenzquotient IQ, sie wird als normalverteilt angenommen mit dem Erwartungswert μ = 100 und der Standardabweichung σ = 15.
Somit kann man einfach die WTR-Befehle ("Normalcdf" beim TI, bzw. "Kumul. Normal-V" beim Casio) verwenden: Erst μ und σ, dann die Intervallgrenzen eingeben. Die rechte Intervallgrenze wäre hier jedoch + ∞. Stattdessen kann man einfach einen sehr großen Wert eingeben, z.B.: 10000000.
Jetzt lässt sich das Ergebnis ablesen: P(X ≥ 94) ≈ 0.6554
Normalverteilung Anwendung (rückwärts)
Beispiel:
Man geht davon aus, dass die Intelligenz bei Menschen normalverteilt ist. Ein Intelligenztest wird immer so skaliert, dass der Erwartungswert des IQ bei 100 und die Standardabweichung bei 15 liegt. Welchen IQ muss man mindestens haben, um zu den 50% der Bevölkerung zu gehören.
(Bitte auf 2 Stellen nach dem Komma runden, ohne Einheiten eingeben!)
Die Zufallsgröße X beschreibt den Intelligenzquotient IQ, sie wird als normalverteilt angenommen mit dem Erwartungswert μ = 100 und der Standardabweichung σ = 15.
Gesucht ist somit das k, so dass P(X ≥ k) = 0.5 gilt.
Der WTR kann leider kein k berechnen mit P(X ≥ k) = 0.5, weil er immer nur ein k bei P(X ≤ k) = p berechnen kann.
Also nutzen wir aus, dass P(X ≤ k) = 0.5 (im Schaubild die blaue Fläche) gelten muss, wenn P(X ≥ k) = 0.5 (im Schaubild die rote Fläche) gilt.
Für P(X ≤ k) = 0.5 liefert der WTR k ≈ 100.
(TI: invNormal, Casio: Inv. Normal-V. )
Mittelwert, Standardabw. ablesen
Beispiel:
Die Zufallsgröße X ist normalverteilt. Ihr Schaubild zeigt die zugehörige Gauß'sche Glockenkurve mit den ganzzahligen Parametern μ und σ.
Gib die Werte für μ und σ an.
Den Mittelwert μ= 1 kann man einfach am x-Wert des Hochpunkts der Glockenkurve ablesen.
Die Standardabweichung σ = 5 kann man am Abstand der x-Werte des Hochpunkts vom Wendepunkt ablesen.
μ und σ ablesen und Interval berechnen
Beispiel:
Die Zufallsgröße X ist normalverteilt. Ihr Schaubild zeigt die zugehörige Gauß'sche Glockenkurve mit den ganzzahligen Parametern μ und σ.
Gib die Werte für μ und σ an und berechne damit die eingefärbte Fläche.
Den Mittelwert μ= -1 kann man einfach am x-Wert des Hochpunkts der Glockenkurve ablesen.
Die Standardabweichung σ = 3 kann man am Abstand der x-Werte des Hochpunkts vom Wendepunkt ablesen.
Jetzt kann man einfach einfach die WTR-Befehle ("Normalcdf" beim TI, bzw. "Kumul. Normal-V" beim Casio) verwenden: μ und σ, dann die Intervallgrenzen eingeben - und schließlich das Ergebnis ablesen:
P(-4 ≤ X ≤ 0) ≈ 0.4719
Symmetrie nutzen
Beispiel:
Die Zufallsgröße X ist normalverteilt. Ihr Schaubild zeigt die zugehörige Gauß'sche Glockenkurve mit einem ganzzahligen Erwartungswert μ. Der Inhalt der gefärbten Fläche beträgt 0.238.
Bestimme P(0 ≤ X ≤ 2).
Gib die Wahrscheinlichkeit auf 3 Stellen nach dem Komma genau an.
Wir wissen, dass das Schaubild einer normalverteilten Zufallsgröße achsenssymmetrisch zur senkrechten Gerade durch den Hochpunkt ist, hier also zu x = 1.
Somit gilt auch für den helleren blauen Flächeninhalt, der der Wahrscheinlichkeit P( X ≤ 0) entspricht: P( X ≤ 0) = 0.238.
Für die roten Fläche(n) ergibt sich dann die Restwahrscheinlichkeit:
1 - 0.238 - 0.238 =
0.524,
also P(0 ≤ X ≤ 2) = 0.524
Standardabweichung bestimmen
Beispiel:
Der Punkt P(-9|0.0997) liegt auf der Gauß'schen Glockenkurve mit ganzzahligem Parameter σ und μ = -9.
Bestimme die Standardabweichung σ.
Gegeben ist ja der Hochpunkt der Gauß' schen Glockenkurve, weil ja der gegebene x-Wert gerade dem Erwartungswert μ = -9 entspricht.
Um einen ersten möglichen Wert für eine Standardabweichung σ zu bekommen, berechen wir am besten den Quotient von 0,5 und dem y-Wert der gegebenen Hochpunkts, also 0.50.0997 ≈ 5.015 und runden diesen auf σ1 = 5.
Damit berechnen wir nun den y-Wert der Glockenkurve (mit μ = -9 und σ1=5) an der gegebenen Stelle x = -9
und erhalten f1(-9) = 0.0798
(TI: DISTR -> 1: Normalpdf; Casio: Dichte ..).
Wir wissen ja: Je größer das σ ist, desto breiter wird die Glockenkurve. Da ja aber die ganze Fläche unter der Glockenkurve (die ja der Gesamt-Wahrscheinlichkeit für alles entspricht) immer genau 1 ist, muss die breitere Glockenkurve dementsprechend auch flacher und damit mit einem niedrigeren Hochpunkt ausfallen. Somit gilt:
Je höher das σ, desto niedriger der y-Wert des Hochpunkts.
Und das der y-Wert unserer ersten Kurve mit σ1=5 (in der Abbilung in grün) zu tief war, muss also σ1 zu groß sein und wir müssen jetzt eben schrittweise kleinere Standardabweichungen σ durchprobieren und die zugehörigen y-Werte an der Stelle x = -9 berechnen:
μ = -9 | σ = 4 | f(-9) = 0.0997 |
Somit muss die gesuchte Standardabweichung σ = 4 sein.
variabler Erwartungswert (Anwendungen)
Beispiel:
Bei einer Maschine, die Schrauben herstellt, kann man die Länge der Schrauben auf ganze mm einstellen. Trotzdem sind dann nicht alle produzierten Schrauben ganz exakt gleich lang. Man kann aber davon ausgehen, dass die Schraubenlänge normalverteilt ist mit der eingestellten Länge als Erwartungswert und einer Standardabweichung von 1,4 mm. Auf welchen Wert (ganzzahlig in mm) muss man die Maschine mindestens einstellen, wenn eine zufällig gewählte Schraube mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 90% mindestens 80 mm lang sein soll?
Die Zufallsgröße X beschreibt die Schraubenlänge in mm.
Zunächst untersuchen wir die Wahrscheinlichkeit, wenn der Erwartungswert μ = 80 gewählt würde. Aus Symmetriegründen wäre dann aber P(X ≥ 80) = 0,5.
Deswegen wird nun der Erwartungswert schrittweise immer um eine Einheit erhöht, bis die gesuchte Wahrscheinlichkeit P(X ≥ 80) mindestens 0.9 ist:
μ = 80: P(X ≥ 80) = 0.5
μ = 81: P(X ≥ 80) = 0.7625
μ = 82: P(X ≥ 80) = 0.9234
Man muss also den Erwartungswert auf mindestens μ = 82 einstellen.
Normalverteilung variables σ
Beispiel:
Eine Maschine soll Schrauben der Länge 12 mm herstellen. Ein Kunde will die Maschine aber nur kaufen, wenn die Wahrscheinlichkeit kleiner als 5% ist, dass die Länge einer Schraube um mehr als 0,5 mm von den geforderten 12 mm abweicht. Man kann davon ausgehen, dass die Schraubenlänge normalverteilt ist mit dem Erwartungswert 12. Welche Standardabweichung (auf eine Stelle hinter dem Komma genau) darf die Normalverteilung dieser Maschine höchstens haben?
Die Zufallsgröße X beschreibt die Schraubenlänge in mm.
Gesucht ist die Standardabweichung σ, so dass P(X ≤ 11.5) + P(X ≥ 12.5) < 5% oder eben, dass P(11.5 ≤ X ≤ 12.5) ≥ 0.95 gilt.
Je kleiner das σ ist, desto enger und höher ist die Glockenkurve der Dichtefunktion.
Aufgrund der Sigmaregel (P(μ-2σ ≤ X ≤ μ+2σ) ≈ 95,4% ) wissen wir, dass die 0.5 mm eine kleinere Wahrscheinlichkeit auf sich vereinen als eine Abweichung um 2 σ, folglich muss die Abweichung 0.5 weniger als 2 σ entsprechen.
0.5 < 2⋅σ |:2
0.25 < σ
Wir starten also mal bei σ = 0.25 und erhöhen dieses so lange, bis P(11.5 ≤X ≤ 12.5) unter die 0.95 sinkt:
σ = 0.2: P(11.5 ≤ X ≤ 12.5) ≈ 0.9876
σ = 0.3: P(11.5 ≤ X ≤ 12.5) ≈ 0.9044
Die Standardabweichung darf also höchstens σ = 0.2 einstellen.
variabler Erwartungswert (Anwendungen)
Beispiel:
Bei einer Getränkeabfüllanlage kann man die Füllmenge der Flaschen auf ganze ml einstellen. Trotzdem ist dann nicht in allen abgefüllten Flaschen ganz exakt gleich viel drin. Man kann aber davon ausgehen, dass die tatsächliche Füllmenge normalverteilt ist mit der eingestellten Füllmenge als Erwartungswert und einer Standardabweichung von 3,5 ml. Auf welchen Wert (ganzzahlig in ml) muss man die Abfüllanlage mindestens einstellen, damit in einer zufällig abgefüllten Flasche mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 90% mindestens 700 ml drin ist?
Die Zufallsgröße X beschreibt die Abfüllmenge in ml.
Zunächst untersuchen wir die Wahrscheinlichkeit, wenn der Erwartungswert μ = 700 gewählt würde. Aus Symmetriegründen wäre dann aber P(X ≥ 700) = 0,5.
Deswegen wird nun der Erwartungswert schrittweise immer um eine Einheit erhöht, bis die gesuchte Wahrscheinlichkeit P(X ≥ 700) mindestens 0.9 ist:
μ = 700: P(X ≥ 700) = 0.5
μ = 701: P(X ≥ 700) = 0.6125
μ = 702: P(X ≥ 700) = 0.7161
μ = 703: P(X ≥ 700) = 0.8043
μ = 704: P(X ≥ 700) = 0.8735
μ = 705: P(X ≥ 700) = 0.9234
Man muss also den Erwartungswert auf mindestens μ = 705 einstellen.
Sigmaregel rückwärts
Beispiel:
X ist normalverteilt mit μ = 170 und σ. Es gilt P(146 ≤ X ≤ 194) ≈ 0,997. Bestimme σ.
Es gilt: P(146 ≤ X ≤ 194) ≈ 0,997
oder anders ausgedrückt:
P(μ - 24 ≤ X ≤ μ + 24) ≈ 0,997
Aufgrund der Sigma-Regel P(μ - 3⋅σ ≤ X ≤ μ - 3⋅σ)
≈ 0.997
muss also 3⋅σ = 24 sein.
Für die Standardabweichung gilt somit: σ = 8 .
Dichtefunktion aus Graph ablesen
Beispiel:
Die Zufallsgröße X ist normalverteilt. Ihr Schaubild zeigt die zugehörige Gauß'sche Glockenkurve mit den ganzzahligen Parametern μ und σ.
Gib den Funktionsterm der Dichtefunktion an.
Den Mittelwert μ= 4 kann man einfach am x-Wert des Hochpunkts der Glockenkurve ablesen.
Die Standardabweichung σ = 4 kann man am Abstand der x-Werte des Hochpunkts vom Wendepunkt ablesen.
Eingesetzt in die allgemeine Dichtefunktion: φ(x) = 1σ·√2π·e-12(x-μσ)2 ergibt:
φ(x) = 14√2π·e-12(x-44)2
Kombination Normal- und Binomialverteilung
Beispiel:
Eine Firma produziert 60 mm lange Schrauben. Aufgrund mehrerer Faktoren beim Produktionsprozess treten Schwankungen bei der tatsächlichen Länge auf. Dabei beträgt die Standardabweichung 0,3 mm. Die Schrauben werden dabei in Kartons mit 36 Stück verpackt. Ist eine Schraube kürzer als 59,9 mm, so gilt sie als zu kurz. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass in einem zufällig gewählten Karton nicht mehr als 13 Schrauben zu kurz sind?
Zuerst berechnen wir die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Schraube als zu kurz gilt. Die Zufallsgröße Y beschreibt dabei die Schraubenlänge in mm, sie wird als normalverteilt angenommen mit dem Erwartungswert μ = 60 und der Standardabweichung σ = 0.3.
Mit derm WTR lässt sich so P(Y ≤ 59.9) ≈ 0.3694 berechnen.
(TI: Normalcdf, Casio: Kumul. Normal-V. )
Und weil dies für jedes der 36 Exemplare gilt, können wir die Zufallsgröße X (, die die Anzahl der zu kurzen Schrauben in einem Karton zählt) als binomialverteilt mit n = 36 und p = 0.369 annehmen.
Für die gesuchte Wahrscheinlichkeit gilt somit:
P360.369(X≤13) =
P360.369(X≤13) = 0.5335
(TI-Befehl: binomcdf(36,0.369,13) - binomcdf(36,0.369,-1))
Die gesuchte Wahrscheinlichkeit beträgt somit ca. 53,4%.
Normalverteilung rw. (Symmetrie)
Beispiel:
Man geht davon aus, dass die Intelligenz bei Menschen normalverteilt ist. Ein Intelligenztest wird immer so skaliert, dass der Erwartungswert des IQ bei 100 und die Standardabweichung bei 15 liegt. Zwischen welchen IQ-Werten liegt das kleinste Intervall, in dem 60% der Bevölkerung ihren IQ haben?
(Bitte auf 2 Stellen nach dem Komma runden, ohne Einheiten eingeben!)
Die Zufallsgröße X beschreibt den Intelligenzquotient IQ, sie wird als normalverteilt angenommen mit dem Erwartungswert μ = 100 und der Standardabweichung σ = 15.
Gesucht ist ja das kleinste Intervall, dessen Wahrscheinlichkeit 60% auf sich vereint.
Weil ja die Gauß'sche Glockenkurve symmetrisch zu x = 100 ist, und um den Erwartungswert die höchsten Werte und damit auch die größten Flächen möglich sind, muss dieses kleinste Intervall symmetrisch um den Erwartungswert herum liegen (siehe rote Fläche unter dem Graph).
Folglich muss gelten: P(µ-d ≤ X ≤ µ+d) = 0.6.
Wegen der Symmetrie bedeutet das dann ja aber P(µ-d ≤ X ≤ µ) = 0.3 ("Hälfte des roten Bereichs").
Und da immer P(X ≤ µ) = 0.5 gilt, muss also P(X ≤ µ-d) = 0.2 sein ("blauer Bereich").
Der WTR liefert für P(X ≤ µ-d) = 0.2 den Wert µ-d ≈ 87.376.
Dieser hat also von µ = 100 den Abstand d = 100-87.376 = 12.624, somit ist der rechte Rand µ+d bei 100+12.624 = 112.624.
(TI: invNormal, Casio: Inv. Normal-V. )
Kombination Normal- und Binomialverteilung rw
Beispiel:
Man geht davon aus, dass die Intelligenz bei Menschen normalverteilt ist. Ein Intelligenztest wird immer so skaliert, dass der Erwartungswert des IQ bei 100 und die Standardabweichung bei 15 liegt. Wie viele Menschen müsste man zufällig wählen, damit die Wahrscheinlichkeit mindestens 50% beträgt, dass darunter mindestens 4 Hochbegabte (mit einem IQ von mindestens 130) sind?
Zuerst berechnen wir die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein zufällig gewählter Mensch hochbegabt ist. Die Zufallsgröße Y beschreibt dabei den Intelligenzquotient IQ, sie wird als normalverteilt angenommen mit dem Erwartungswert μ = 100 und der Standardabweichung σ = 15.
Mit derm WTR lässt sich so P(Y ≥ 130) ≈ 0.02275 berechnen.
(TI: Normalcdf, Casio: Kumul. Normal-V. )
Und weil dies für jedes Exemplar gilt, können wir die Zufallsgröße X (, die die Anzahl der die hochbegabten Menschen mit einem IQ über 130 zählt) als binomialverteilt mit unbekanntem n und p = 0.02275 annehmen.
n | P(X≤k) |
---|---|
... | ... |
161 | 0.5004 |
162 | 0.4955 |
163 | 0.4907 |
164 | 0.486 |
165 | 0.4812 |
166 | 0.4765 |
167 | 0.4718 |
168 | 0.4671 |
169 | 0.4624 |
170 | 0.4578 |
171 | 0.4531 |
172 | 0.4486 |
173 | 0.444 |
174 | 0.4394 |
175 | 0.4349 |
176 | 0.4304 |
... | ... |
Die Zufallsgröße X gibt die hochbegabten Menschen mit einem IQ über 130 an und ist im Idealfall binomialverteilt mit p = 0.02275 und variablem n.
Es muss gelten: Pn0.023(X≥4) ≥ 0.5
Weil man ja aber Pn0.023(X≥4) nicht in den WTR eingeben kann, müssen wir diese Wahrscheinlichkeit über die Gegenwahrscheinlichkeit berechnen:
Pn0.023(X≥4) = 1 - Pn0.023(X≤3) ≥ 0.5 |+ Pn0.023(X≤3) - 0.5
0.5 ≥ Pn0.023(X≤3) oder Pn0.023(X≤3) ≤ 0.5
Jetzt müssen wir eben so lange mit verschiedenen Werten von n probieren, bis diese Gleichung erstmals erfüllt wird:
Dabei stellt sich nun natürlich die Frage, mit welchem Wert für n wir dabei beginnen. Im Normalfall enden 2.275% der Versuche mit einem Treffer. Also müssten dann doch bei 40.02275 ≈ 176 Versuchen auch ungefähr 4 (≈0.02275⋅176) Treffer auftreten.
Wir berechnen also mit unserem ersten n=176:
Pn0.023(X≤3) ≈ 0.4304
(TI-Befehl: Binomialcdf ...)
Je nachdem, wie weit nun dieser Wert noch von den gesuchten 0.5 entfernt ist, erhöhen bzw. verkleinern wir das n eben in größeren oder kleineren Schrittweiten.
Dies wiederholen wir solange, bis wir zwei aufeinanderfolgende Werte von n gefunden haben, bei denen die 0.5 überschritten wird.
Aus der Werte-Tabelle (siehe links) erkennt man dann, dass erstmals bei n=162 die gesuchte Wahrscheinlichkeit unter 0.5 ist.
n muss also mindestens 162 sein, damit Pn0.023(X≤3) ≤ 0.5 oder eben Pn0.023(X≥4) ≥ 0.5 gilt.
Normalverteilung mehrstufig
Beispiel:
Eine Brauerei aus dem württembergischen Allgäu muss sich manchmal gegen Vorwürfe eines Mitbewerbers mit deutlich weniger bekömmlichem Bier wehren, dass die Flaschen nicht richtig gefüllt wären. Bei der Abfüllanlage kann man die Soll-Füllmenge auf jeden ganzzahligen ml-Wert einstellen. Die tatsächliche Füllmenge kann man dann als normalverteilt mit der eingestellten Füllmenge als Erwartungswert und der Standardabweichung 5ml annehmen. Auf welchen Wert muss man nun den Erwartungswert einstellen, damit 6 zufällig ausgewählte Flaschen mit einer Wahrscheinlichkeit von 85% alle mindestens die geforderten 500ml Bier enthalten?
Die Füllmenge einer Flasche im ml soll als normalverteilte Zufallsgröße X mit variablem Erwartungswert µ und σ=5 bezeichnet werden.
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Flasche die Vorgabe (Mindestfüllmenge) erfüllt, bezeichnen wir p.
Damit diese Vorgabe nun auch wirklich bei allen 6 zufällig gewählten Flaschen erfüllt wird, muss somit gelten:
p6 ≥ 0.85 (Die 6 zufällig gewählten Flasche kann man als mehrstufiges Zufallsexperiment mit gleichbleibender Einzelwahrscheinlichkeit p interpretieren.)
Wenn wir jetzt hier die 6-te Wurzel ziehen, erhalten wir die notwendige Einzelwahrscheinlichkeit p, dass eine Flasche die Vorgabe (Mindestfüllmenge) erfüllt:
Einzelwahrscheinlichkeit: p ≥ 0,9733
Wir suchen jetzt also nach einer Normalverteilung mit einem bestimmten Erwartungswert µ, für den die Mindestfüllmenge von 500 ml mit der Wahrscheinlichkeit 0,9733 eingehalten wird;
also dass P(X ≥ 500) ≥ 0,9733
Wir starten mit der Mindestvorgabe µ = 500 als Erwartungswert und erhöhen dann schrittweise immer um eine Einheit, bis die gesuchte Wahrscheinlichkeit P(X ≥ 500) mindestens 0,9733 ist:
μ = 501: P(X ≥ 500) = 0.5793
μ = 502: P(X ≥ 500) = 0.6554
μ = 503: P(X ≥ 500) = 0.7257
μ = 504: P(X ≥ 500) = 0.7881
μ = 505: P(X ≥ 500) = 0.8413
μ = 506: P(X ≥ 500) = 0.8849
μ = 507: P(X ≥ 500) = 0.9192
μ = 508: P(X ≥ 500) = 0.9452
μ = 509: P(X ≥ 500) = 0.9641
μ = 510: P(X ≥ 500) = 0.9773
Man muss also den Erwartungswert auf mindestens μ = 510 einstellen.
(TI: invNormal, Casio: Inv. Normal-V. )
Normalverteilung VFT
Beispiel:
Man geht davon, dass in einem bestimmten Land der IQ der erwachsenenen Einwohner normalverteilt mit Erwartungswert 104 und Standardabweichung 15 ist. 45% dieser erwachsenenen Einwohner haben Abitur. Das Bildungsministerium teilt dabei die Bevölkerung in zwei Gruppen: die Schlauen und die Normalen. Von den Einwohnern ohne Abitur gehören 85% zu den Normalen. 18% der Bevölkerung haben Abitur und gehören zur Gruppe der Schlauen. Ab welchem IQ gilt man in diesem Land schlau?
(Bitte auf 1 Stelle nach dem Komma runden)
Um die Aufgabe mit einer Vierfeldertafel lösen zu können, müssen wir erst unsere Ergebnisse A und B definieren:
A: mit Abitur
‾A: nicht mit Abitur, also ohne Abitur
B: schlau
‾B: nicht schlau, also normal
Hiermit ergibt sich folgende Vierfeldertafel:
B (schlau) |
‾B (normal) | ||
---|---|---|---|
A (mit Abitur) | 0,18 | 0,45 | |
‾A (ohne Abitur) | |||
Diese müssen wir nun vollends ausfüllen:
Als erstes tragen wir rechts unten die Summe P(A)+ P(‾A) = P(B)+ P(‾B) = 1 ein, schließlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass A gilt oder dass ‾A gilt 100%.
Dann tragen wir alle direkt aus dem Text entnehmbaren und die dadurch berechenbaren Wahrscheinlichkeiten in die Vierfeldertafel ein.
B (schlau) |
‾B (normal) | ||
---|---|---|---|
A (mit Abitur) | 0,18 | 0,27 | 0,45 |
‾A (ohne Abitur) | 0,55 | ||
1 |
Aus der Information von der Teilgruppe mit "ohne Abitur" sind es
85% kann man die Wahrscheinlichkeit
P(‾A∩‾B) =
0,55 ⋅
0,85 =
0,4675 berechnen.
B (schlau) |
‾B (normal) | ||
---|---|---|---|
A (mit Abitur) | 0,18 | 0,27 | 0,45 |
‾A (ohne Abitur) | 0,4675 | 0,55 | |
1 |
Jetzt können wir wieder die restlichen Wahrscheinlichkeiten einfach mit der Vierfeldertafel berechnen:
B (schlau) |
‾B (normal) | ||
---|---|---|---|
A (mit Abitur) | 0,18 | 0,27 | 0,45 |
‾A (ohne Abitur) | 0,0825 | 0,4675 | 0,55 |
0,2625 | 0,7375 | 1 |
Wir wissen jetzt also, dass die Wahrscheinlichkeit für "schlau" ungefähr 0,2625 beträgt.
Jetzt suchen wie in der Normalverteilung nach einem -Wert k, für den gilt P(X ≥ k) ≈ 0,2625
Der WTR kann leider kein k berechnen mit P(X ≥ k) = 0,2625, weil er immer nur ein k bei P(X ≤ k) = p berechnen kann.
Also nutzen wir aus, dass P(X ≤ k) = 0,7375 (im Schaubild die blaue Fläche) gelten muss, wenn P(X ≥ k) = 0,2625 (im Schaubild die rote Fläche) gilt.
Für P(X ≤ k) = 0,7375 liefert der WTR k ≈ 113,535.
Als "schlau" gilt also ab 113,535 .
(TI: invNormal, Casio: Inv. Normal-V. )